Allgemeine Informationen


Unter der Desintegration von Klärschlamm wird die Zerkleinerung des Schlammes von der Flockenzerstörung bis hin zum Aufschluß der im Schlamm vorliegenden Mikroorganismen verstanden. Die Zielsetzungen der Desintegration sind das Freisetzen von Zellinhaltsstoffen, um den Schlamm weitergehender als bisher zu stabilisieren bzw. zu mineralisieren und die Bekämpfung von Schaumproblemen. Konkrete Einsatzgebiete sind die Verbesserung der anaeroben Stabilisierung, die Bereitstellung von internen Kohlenstoffquellen für die Denitrifikation und die verbesserte Absetzbarkeit von Blähschlämmen.

Im Juni 1998 wurde eine neue ATV Arbeitsgruppe 3.1.6 "Klärschlammdesintegration" unter der Leitung von Dr.-Ing. Johannes Müller (TU-Braunschweig) gegründet. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe kommen aus dem Bereich der Hoch-
schulen, der Verbände und dem Anlagenbau.

Zielsetzung der Arbeitsgruppe ist die Information aller ATV-Mitglieder über die Hintergründe, Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren zur Klärschlammdesintegration.

Innerhalb der Arbeitsgruppe soll eine Bewertung der verschiedenen Aufschlußverfahren vorgenommen werden. Dabei werden Aspekte, wie technische Realisierbarkeit, die Einbindung in den Kläranlagenbetrieb, der spezifische Energiebedarf und die Wirtschaftlichkeit beleuchtet. In diesem Zusammenhang sollen die im halb- bzw. großtechnischen Maßstab gewonnenen Erkenntnisse zusammengetragen werden, um potentiellen Anwendern die Möglichkeit zu geben, sich über bereits gesammelte Erkenntnisse zu informieren.

Die Arbeitsgruppe hat sich zunächst auf die Verfahren der mechanischen Desintegration konzentriert. Im Rahmen von zwei Arbeitsberichten wurden die Erkenntnisse dargestellt. Thermische, chemische und biologische Verfahren werden derzeit bearbeitet.